Die neue TLD .gay: Ab 16. September verfügbar

Die neue Top-Level-Domain .gay ist ab 16. September 2020 endlich zu haben. Welches Potenzial hat die neue Domain für die LGBTQ-Community?

 

Am 16. September ist es so weit – die neue Domain-Endung .gay geht nach Ablauf einer Testphase offiziell an den Start.
Die neue TLD (Top-Level-Domain) ist der Abschluss eines rund zehn Jahre dauernden Bewerbungs- und Evaluierungsprozesses.

 

Mit der generischen Domain soll die Internetpräsenz von Personen, Organisationen und Unternehmen aus der LGBTQ-Szene (lesbisch, schwul, bisexuell, transgender und queer) unterstützt werden. Aber warum ist .gay ein solcher Fortschritt, und welche Domains hätten unter der neuen TLD besonders viel Potenzial?

Sichtbarkeit und Wohltätigkeit sind mit .gay verknüpft

An die neue TLD sind verschiedene Erwartungen gerichtet:

 

  • mehr Sichtbarkeit für LGBTQ-Anliegen
  • Spendensammlung
  • Unterstützung der Community

 

Eines der wichtigsten Anliegen der neuen TLD .gay ist natürlich, Präsenz zu zeigen. Die Domainendung soll eine virtuelle Regenbogenflagge sein, die den Mitgliedern der LGBTQ-Gemeinschaft, ihren Freunden und Unternehmen eine „Heimat“ online gibt und einen vielfältigen Begegnungsraum im Internet schafft.

 

Ein weiteres Ziel ist die Sammlung von Spenden für gemeinnützige Zwecke. 20 Prozent des Erlöses aus den Registrierungen sollen gespendet werden, und zwar an Partner und für Projekte, die sich mit den Problemen der LGBTQ-Community befassen und sich für mehr Toleranz, Achtsamkeit und Respekt einsetzen.

 

Wer sich eine Registrierung unter der neuen TLD wünscht, muss wegen der abgeführten Spenden etwas tiefer in die Tasche greifen als gewohnt. Ab 25 US$ sollen .gay-Domains kosten, die Registrierung kann eine Laufzeit zwischen einem und zehn Jahren haben. An den Schutz der Inhaber vor Anfeindungen ist angesichts des sensiblen Themas ebenfalls gedacht.
 

Die „private“ Registrierung schützt die persönlichen Daten von Domain-Inhabern und kommt so Organisationen, aber auch Bloggern und Journalisten zugute, die im Web unerkannt bleiben möchten.

Nicht unumstrittene Top-Level-Domain

Die Wegbereiter von .gay sehen ihre Mission darin, der LGBTQ-Gemeinschaft einen unverwechselbaren digitalen Raum zu geben, bevölkert von den szeneeigenen Marken und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Die angestrebte neue Sichtbarkeit wird jedoch auch kritisiert – als „Rückzug“ in einen abgegrenzten Online-Space, der dann nur noch von Personen der eigenen Community besucht wird. Kritiker bemängeln unter anderem:

 

  • selbst gewählte Abgrenzung
  • erleichterte Zensur und Hackerangriffe
  • Fokus auf dem englischen Sprachraum

 

Auch das Kürzel .gay selbst ist nicht unumstritten, manch einer hätte sich stattdessen .lgbt oder .lgbtq gewünscht – ganz zu schweigen davon, dass die TLD in ihrer endgültigen Form dem englischen Sprachgebrauch entnommen ist. Dadurch fühlen sich Menschen aus anderen Sprachräumen oder Kulturkreisen zwangsläufig ausgeschlossen.

 

Probleme schafft die TLD auch durch ihre leichte Identifizierbarkeit. Dies ermöglicht es repressiven Regierungen, ein ganzes Segment des Internets summarisch zu blockieren, durch die Sperrung aller Websites mit dieser TLD. Inhalte, die bislang unter der TLD .com „unter dem Radar“ der Zensur existierten, werden unter .gay überall dort nicht mehr erreichbar sein, wo die Mitglieder der Community ohnehin unter Repressionen zu leiden haben.

 

Diese „Sichtbarkeit“ unter .gay wird vermutlich auch dazu führen, dass entsprechende Domains zur Zielscheibe von Hasskommentaren oder Hackerangriffen aus dem konservativen Lager werden.
Erhöhte Sicherheit ist deshalb ein Muss für die Betreiber von Websites unter der neuen Endung.

Welche Domains werden die Spitzenreiter unter .gay?

Doch insgesamt bietet die neue TLD viel Potenzial – nicht nur für Mitglieder der LGBTQ-Gemeinschaft. Unter .gay soll – jedenfalls ist das bislang der Wunsch – ein „familienfreundliches“ Ambiente entstehen, an einen enthemmten Online-Kult ausgefallener Sexualität denken die Macher hinter der TLD gerade nicht. Derartige Spielwiesen gibt es ja auch bereits in Fülle.

 

Denkbar sind:

 

  • Bildungsangebote
  • juristische und soziale Beratungsangebote
  • Markendomains

 

Denn die Mitglieder der LGBTQ-Gemeinschaft sind nicht selten gut situierte, kaufkräftige Personen, die den Herstellern und Vertreibern von Konsumgütern hoch willkommen sind. Ob es dabei um Bekleidung, Möbel, Medien oder Reisen geht, ist unerheblich – mit .gay bietet sich für viele Branchen eine Gelegenheit, diese Zielgruppe ganz direkt anzusprechen.

Das Potenzial von .gay für Ihre Marke nutzen

Mit der Registrierung der neuen TLD .gay für Ihr Unternehmen oder Ihre Marke haben Sie die Möglichkeit, unerwünschter Markenpiraterie vorzubeugen und Ihre Produkte oder Leistungen gezielt der LGBTQ-Community zu präsentieren.

 

Wenn Sie einen Schritt weiter gehen möchten, können Sie obendrein einen Domain-Namen unter .gay sichern, der den richtigen Ton trifft und auch in der Formulierung der Inhalte an diese Kundengruppe angepasst werden kann.
 

 

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