WIPO goes green

Papierlose UDRP handelt vorbildhaft


Bekanntlich ist die „Uniform Domain-Name Dispute-Resolution Policy“ (kurz: UDRP) die zumeist einzige Möglichkeit, sich gegen Rechtsverletzungen durch einen Domainnamen mit internationaler TLD wie zum Beispiel .com zu wehren.

Eine UDRP kann im Vergleich zu einer „normalen“ Klage vor einem nationalen Gericht recht einfach durchgeführt werden. Die Beteiligten sind zumeist vertraut mit der Nutzung des Internets. Die schwerpunktmäßige Beschäftigung mit dem Medium Domains erlaubt daher den Einsatz von E-Mail, ohne potentielle Nutzer der UDRP zu überfordern.

Dennoch erforderten die Regeln der UDRP die Übermittlung der Schriftsätze sowohl per E-Mail, als auch ausgedruckt per Post. Mit dieser Inkonsequenz hat die WIPO nun aufgeräumt.

Seit dem 14.12.2009 können nun alle Anträge und Schriftsätze in dem Verfahren auch nur per E-Mail übermittelt werden. Ab dem 01.03.2010 scheidet dann die postalische Übersendung komplett aus.

Dies ist begrüßenswert aus rechtlicher Sicht, denn ein Verfahren welches sich mit der schnelllebigen Welt der Domains befasst, muss auch selber schnell sein. Nur so kann es effektiv bleiben. Ferner zollt es Umweltaspekten Respekt, denn die WIPO erhält derzeit nach eigenen Angaben um die 1 Mio. Papierseiten im Jahr. Papier welches nun eingespart werden kann.

Es bleibt abschließend zu hoffen, dass auch nationale Gerichte endlich diesem Beispiel folgen. Wer sich über überlange Verfahrensdauern (zu Recht!) beklagt, sollte sich einem effizienten System nicht weiter verschließen. Das Problem liegt nicht im System. Es liegt in den Köpfen.


Kai Recke
Syndikusanwalt der Sedo GmbH