Markeninhaber unterliegt in Domainstreit

Wie das Online-Magazin Internetworld.de in einer Meldung berichtet, hat die WIPO, die Schiedsstelle der Vereinten Nationen in Domainstreitigkeiten, in Urteil zugunsten des Beklagten entschieden.



Streitobjekt war die Domain findus.com, die sich das schwedische Ehepaar Lannartsson hatte registrieren lassen. Der Inhaber der Gefrierkostmarke Findus hatte Klage vor der WIPO eingereicht und die Übertragung der Domain gefordert. Im Vorfeld des Prozesses hatte die Firma Sudnif, der die Marke Findus gehört, versucht, dem schwedischen Ehepaar die Domain abzukaufen. Da Sudnif statt der geforderten 115.000 US-Dollar nur 11.500 Dollar zu zahlen bereit war, konnte aber keine außergerichtliche Einigung erzielt werden.



Die WIPO übernahm in der Urteilsbegründung die Argumentation der Beklagten, indem sie darauf hinwies, daß findus auch als die englische Formulierung „Find Us“ gelesen werden könnte. Weiter begründete die Schiedsstelle, daß die Lannartssons zudem die Absicht hätten, unter der Domain eine Suchmaschine dieses Namens zu entwickeln. Ihnen könne daher nicht der Vorwurf gemacht werden, die Domain nur aus Spekulationsgründen registriert zu haben – Cybersquatting würde in diesem Fall nicht vorliegen.



Die WIPO hat in diesem Fall im Sinne der Beklagten entschieden, nachdem in jüngster Zeit der Vorwurf laut geworden war, die WIPO würde in einem Großteil der ihr vorgetragenen Fälle zugunsten der Kläger bzw. Markeninhaber entscheiden.



Quelle: Internetworld.de