.kr - der koreanische Domainmarkt

Überblick über den Domain-Handel in Korea

Wer schon einmal in Korea war, wird es sicherlich bestätigen können: Im sogenannten „Land der Morgenstille“ gibt es eigentlich kaum noch ruhige Momente, insbesondere was die Fortschritte in den Bereichen High Tech, Multi Media und damit auch einhergehend die Internetnutzung betrifft.



In Korea spielt das Medium Internet eine immer größer werdende Rolle. Schaut man sich die koreanische Klischeefamilie an, wird schnell deutlich, dass das Internet mittlerweile fast alle Bereiche des täglichen Privat- und Arbeitsleben erfasst hat:


Der private PC und sogenannte Game Rooms, die man in Korea an fast jeder Ecke findet, sind bei Jugendlichen besonders beliebt. Hausfrauen geben online Bestellungen im Supermarkt auf und laden sich Filme und Soaps aus dem Netz, die sie sonst aus Zeitmangel nicht sehen könnten.

Statistiken verdeutlichen die hohe Userfrequenz:


Laut NIDA (National Internet Development Agency of Korea) nutzen bereits 71,9% der koreanischen Gesamtbevölkerung das Internet.

Pro 1000 Einwohner nutzen 610 Personen das Internet, so eine weitere Statistik von ITU (International Telecommunication Union). Korea liegt somit nach Island (675/1000 Personen) auf Platz zwei. Diese Zahlen geben berechtigten Anlass, den koreanischen Domainmarkt zu durchleuchten:


Wie hoch ist hier die Anzahl an Domainregistrierungen? Wie ist die eigene Länderdomain .kr zu bewerten? Wie stark ist die Nutzung anderer gTLDS (generic Top Level Domains)? Und vor allem: Wie ist der sekundäre Domainmarkt, also der Handel mit Domains, einzuschätzen?



Primärer Domainmarkt:



Die koreanische ccTLD (country code Top Level Domain) .kr ist entgegen Schlussfolgerungen, die man aus der hohen Userfrequenz ziehen könnte, relativ schwach vertreten. Im internationalen Vergleich belegt der Ländercode .kr nur Platz 15 mit 625.439 registrierten Domains, wogegen .de mit knapp 9 Millionen registrierten Domains an erster Stelle platziert ist.

Zu erklären ist die niedrige Zahl der registrierten .kr-Domains damit, das der Prozess der Registrierung sehr komplex und nicht für jeden zugänglich ist.

Die registrierbaren Third Level Domains wie

www.kfa.or.kr

oder

www.google.co.kr

machen die Registrierung sehr kompliziert, der Vorgang ist immer mit einem hohen Aufwand verbunden. Um die Internetnutzung auch innerhalb der älteren Bevölkerung zu etablieren, kann man seit Oktober 2002 auch sogenannte Hangul Domains (Hangul = das heutzutage am meisten verwendete Alphabet in Korea) registrieren, die vor allem der älteren Generation die Benutzung des Internets erleichtern sollen: die gewünschte URL kann in koreanischer Schrift in die Adresszeile des Browsers eingegeben werden und wird dann entsprechend umgewandelt. Insgesamt gibt es neun registrierbare Third Level Domains (wie weiter oben im Text genannte), und zusätzlich noch 19 Third Level Domains sortiert nach den einzelnen Regionen wie z. B. .seoul.kr.



Geplant ist jedoch, die Endung .kr für Jedermann und zukünftig ohne Third Level Domain zugänglich zu machen, damit auch im Bewusstsein der Bevölkerung der eigene Ländercode an Wert zunimmt. Dadurch, dass nicht nur Koreaner, sondern Jedermann eine .kr-Domain registrieren können würde, erhofft sich NIDA, dass sich .kr auch international etablieren könnte. Aktuell bevorzugen immerhin noch 62,4% der koreanischen Bevölkerung die Variante .com gegenüber der eigenen Länderdomain mit 20,2% Anhänger.



Sekundärer Domainmarkt:



Der nationale Domainhandel mit .kr-Domains ist sehr aktiv, findet aber international kaum Beachtung. Dies mag sicherlich mit der Restriktion zusammenhängen, dass nur in Korea lebende Personen eine .kr-Domain besitzen dürfen. Erstaunlich ist jedoch der rege Handel mit gTLDs wie .com, .net, .info und .biz. Viele Koreaner haben den Wert von qualitativen Domains früh erkannt und sich schon rechtzeitig auf den Domainhandel vorbereitet. Zahlreiche Domains wurden also registriert und zum Verkauf angeboten.


Innerhalb des Landes hat dies zu einem Ungleichgewicht zwischen Käufern und Verkäufern geführt, woraufhin die Verkäufer als Konsequenz auf den internationalen Markt ausgewichen sind.

Unter den koreanischen Domain-Händlern gibt es eine große Vernetzung und einen regen Austausch.

Was für den koreanischen Domain-Händler zählt, ist hoher Traffic in Kombination mit einer wertvollen Domain. Mittlerweile gibt es immer mehr koreanische Domain-Käufer, die Domains mit gutem Traffic (Verkehrsaufkommen/Besucheraufkommen auf Webseiten – je höher, desto besser für den Domain-Inhaber) suchen und dementsprechend auch bereit sind, höhere Beträge zu investieren.

Bei Sedo sind knapp 700 koreanische Kunden registriert, die insgesamt 13.000 Domains zum Verkauf gelistet haben. Davon sind wiederum 5300 Domains geparkt. Die Zahl der koreanischen Kunden ist zwar überschaubar, nicht zu unterschätzen ist jedoch die Qualität und Quantität der Domains und der dazugehörige Traffic, der den Wert einer Domain maßgeblich mitbestimmt.



Erstaunlich ist auch die Verkaufsbereitschaft koreanischer Domain-Inhaber. Zunächst erscheinen einem die Preisvorstellungen recht hoch, etwa vergleichbar mit den Preisvorstellungen des amerikanischen Domainmarktes, doch ist die Verhandlungsbereitschaft koreanischer Domain-Inhaber eher vergleichbar mit einem Verkäufer auf einem orientalischen Basar – im positiven Sinne. Koreanische Domain-Händler kennen den Wert eigener Domains und er wird selten weder über- noch unterschätzt.

Seit Beginn des letzten Jahres haben sich Domain-Erwerbswünsche der Sedo-Kunden immer häufiger auf Domains bezogen, deren Inhaber Koreaner waren.

Dank des koreanischen Customer Service ist es Sedo gelungen, die Beziehungen zu koreanischen Domain-Inhabern zu festigen und eine Vertrauensbasis zu schaffen. Denn dieser Service ermöglicht es, dass ein Kauf oder Verkauf der Domain eines Koreaners nicht mehr an Sprachbarrieren scheitern muss.



Beitrag von Jin-Hee Choi, Country Manager Korea, Sedo.com