arbeitsagentur.de beim Arbeitsamt

Behörde kauft Domain für 5-stelligen Betrag ein

Das mit technischen Pannen gestartete Projekt "Virtueller Arbeitsmarkt" der Nürnberger Bundesanstalt fuer Arbeit (BA) ist knapp an einer weiteren Blamage vorbeigeschrammt: erst wenige Tage vor dem Start des neuen Jobportals und nach vergeblicher Drohung mit rechtlichen Schritten gelang es, sich die im Rahmen der Umbenennung der Behoerde erforderliche Internet-Adresse arbeitsagentur.de zu sichern.

Ende September erhielt Thomas Wilk, Chef des Steinheimer Providers 2nd-level und Inhaber der Domain arbeitsagentur.de Post von der BA. Darin wurde Wilk, der die Adresse fuer den Studenten Jonathan Regler treuhänderisch verwaltet, vor die Alternative gestellt, die Domain entweder gegen Zahlung von EUR 10.000,- zu übertragen oder andernfalls auf Übertragung (!) verklagt zu werden. Wilk lehnte das Angebot jedoch ab und nach Bekanntwerden des Angebots stellte auch die BA die Verhandlungen zunächst ein. Erst über einen Berliner Rechtsanwalt, der offensichtlich als Strohmann von der Bundesanstalt eingeschaltet wurde, kam der Verkauf zu einem Preis von weit über den ursprünglich angebotenen EUR 10.000,- zu Stande; inoffiziell ist die Rede von einem Betrag um die EUR 30.000,-. Seit Mitte November ist die Behörde nun endlich im WHOIS-Verzeichnis als Inhaber von arbeitsagentur.de eingetragen.

Auf der Suche nach Domain-Alternativen fuer das insgesamt 77 Millionen Euro teure Internetprojekt verschlug es die Behördentechniker sogar in den unter Domain-Händlern eher selten genutzten Marktplatz von eBay: sowohl die Adresse agenturfuerarbeit.de als auch bundesagentur-fuer-arbeit.de sind dort vor wenigen Wochen zu Preisen um jeweils etwa EUR 500,- anonym ersteigert worden. Und auch hier glaenzt im WHOIS-Verzeichnis der DENIC die Nürnberger Behörde als stolzer Domain-Inhaber. Ob die Bundesanstalt dagegen bei eBay auch auf der Suche nach 900 BMW-Dienstwagen war, ist unbekannt ...

Quelle: domain-recht.de